Art Gora Forum Riga

Im April haben wir Erfahrungsberichte in Berlin gedreht und Förderanträge geschrieben.

Mely war außerdem im Riga und hat auf dem Art Gora Forum on Artivism for Gender Equality unser Filmprojekt vorgestellt. Hier könnt ihr euch das Promovideo dazu anschauen. (1:40 – Mely(s Hände) in Action!)

Melys Riga Erfahrungsbericht:

Vom 10-12. April war ich in Riga auf dem Art Gora Forum – leider allein, weil ich die Bewerbung ausgefüllt habe und es nicht möglich war, als Kollektiv dort hinzugehen.

Auf dem Art Gora Forum ging es darum, Aktivist*innen und Künstler*innen („artivists“) aus Schweden, Estland, Lettland, Lithuanien, Polen, Deutschland, Georgien und Ukraine, die zu Themen der „Geschlechtergerechtigkeit“ arbeiten, zu vernetzen. Es gab ein straffes und intensives Programm, das mit sehr viel Engagement und trotz des NGO-ige Settings doch mit viel Experimentierfreudigkeit zusammengestellt wurde.

Ich habe dort eine kurze Präsentation über das Filmprojekt und unsere Arbeitsweise gegeben sowie die aktuelle Debatte rundum §§ 218 und 219a und den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland beschrieben. Es folgte eine spannende Fragerunde. So wie es auch mir vor der Mediatisierung dieser Debatte nicht bewusst war, dass Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland im Strafgesetzbuch geregelt und somit nominell rechtswidrig sind, war es für die Teilnehmenden des Forums auch eine neue Information. Mir war es in diesem Kontext auch wichtig, mit dem Bild von Deutschland als besonders progressives Land und überhaupt mit der Idee des linearen Fortschritts zu brechen.

Unser Filmprojekt war aber nur ein Projekt unter vielen anderen. Einige, die bei mir einen besonders eindrucksvollen Eindruck hinterlassen haben:

– The Right to Truth: Conversations on Art and Feminism ist eine Interviewsammlung mit Beiträgen von Künstler*innen, Aktivist*innen, Kurator*innen, Philosoph*innen, die in Ukraine und aber auch in anderen Ländern tätig sind, über feministische Kunstpraxis und Aktivismus – recherchiert, zusammengestellt und präsentiert von Oksana Briukhovetska (und Segolène Pruvot). Ein wirklich spannendes Werk mit aufschlussreichen Beobachtungen, das mir viele Antworten gegeben hat auf die ewige Frage, wie politische Kunst aussehen kann. Kauft dieses Buch!

– How to Say Yes? ist ein von Aet Kuusik und Tiina Sööt entwickeltes sexualpädagogisches Theaterstück über erste sexuelle Erfahrungen, Consent, Pubertät, das aus Interviews mit jungen Menschen entstanden ist.

– Giorgi ist der häufigste Männer*name in Georgien, der mit Tradition, Patriotismus und idealer Männlichkeit assoziiert wird. Mit der Fotoserie „Giorgi“ – sinnliche, erotische und rotgetünchte Portraits von nackten schwulen und queeren georgischen Männern – blickt Lasha Fox hinter die Giorgi-Maske, die diese Männer in der Öffentlichkeit tragen müssen, und zeigt die Schönheit, die Verletzlichkeit und auch den Widerstand dahinter.

– Das Demakijaẑ – Women’s Film Festival, das von Joanna Bednarczyk organisiert wird und jährlich in der polnischen Stadt Lublin stattfindet, und auf dem unser Film vielleicht auch irgendwann mal läuft!