Internationaler Frauen*kampftag und Yannic Hendricks denunzieren

Der März begann mit einem Ausflug nach Hamburg. Dort haben wir Erfahrungsberichte gedreht und uns am Mobilisierungsplakat für die Demos am 8. März an der Fassade der Roten Flora erfreut.

Eindrucksvoll war auch das Bild, das da vorher zu sehen war: ein Riesenportrait von Yannic Hendricks (aka Markus Krause), der anti-Choice Typ, der 60-70 Ärzt*innen wegen Verstoße gegen §219a angezeigt hat – unter anderem Kristina Hänel.

Um seinem selbstgenannten „Hobby“ (der Einschüchterung von Ärzt*innen, die im Internet darüber informieren, dass sie Abbrüche durchführen) weiterhin anonym nachgehen zu können, ging Yannic Hendricks gegen die Journalistin und Vorsitzende von pro Familia Hamburg, Kersten Artus, mit einer Unterlassungserklärung gerichtlich vor – und verlor! Zuvor wies auch das Gericht in Düsseldorf seinen Anspruch auf Persönlichkeitsrechte ab, den er einforderte, nachdem er vom Online-Nachrichtenportal Buzzfeed Deutschland namentlich genannt wurde. Doch kein privates „Hobby“, sondern ein Beitrag zur öffentlichen Debatte, weshalb das öffentliche Interesse an Berichterstattung Vorrang habe, so entschied das Gericht.

Übrigens: im Dezember 2018 waren es deutschlandweit nur zwei Personen, die in den vorherigen Jahren Anzeigen gemäß §219a gestellt hatten. Dazu gehörten der bereits erwähnte Yannic Hendricks und auch Klaus Günter Annen.

Annen vergleicht Schwangerschaftsabbrüche mit dem Holocaust (beschreibt sie sogar als eine „Steigerung der grausamen Verbrechen“ während der NS-Zeit) und betreibt eine Webseite, die den geschmacklosen Namen babycaust.de trägt. Die Verbindungen Annens und auch große Teile der Lebenschützer*innenbewegung mit christlich-rechtsextremen Kreisen (Annen ist seit 2016 Vorsitzender der Christlichen Mitte) weisen darauf hin, dass das Bestreben, Schwangerschaftsabbrüche zu verhindern, Teil eines weitreichenderen Phänomens zu verstehen ist – nämlich der Verbreitung und Normalisierung neurechter Positionen, die mit einer Einschränkung der Entscheidungsfreiheit über Körper und Sexualität (besonders von Körpern, die als weiblich* oder nicht normativ eingestuft werden) einhergeht.

So viel dazu!

Am 8. März waren wir auf den sonnigen Straßen Berlins unterwegs – ohne Transpi aber dafür mit Filmequipment. Es war sogar so schön, dass wir den Tag sogar auf unserem sonst eher postkargen Instagram festhalten mussten.

Gibt es Personen, die Film, Feminismus, reproduktive Gerechtigkeit UND Social Media mag? Meldet euch, wir brauchen dringend Unterstützung, damit nicht alle Bilder mit einem schwarzweiß-Filter hochgeladen werden, weil #arty.

* Mit dem Sternchen nach Wörtern wie „Frau“ oder „weiblich“ wird versucht, kritisch darauf hinzuweisen, dass Gender/Geschlecht zwar reale Auswirkungen haben aber sozial konstruiert sind. Damit ist weder gemeint, dass es einen Unterschied zwischen Frauen und Frauen* gibt, noch dass Frau* eine universelle Kategorie darstellt für alle Personen, die einen Uterus haben oder die sich als Frauen* identifizieren.